Aus dem Drucker ins Museum
2023 wurde bei Bauarbeiten bei Nördlingen ein spektakuläres Grab entdeckt: Drei Personen, ein Mann (20-30 Jahre), eine wohl weibliche Person (11-30 Jahre) und ein Junge (9-10 Jahre) waren in der mittleren Bronzezeit, etwa zwischen 1400 und 1325 v. Chr., in einem Grab zusammen beigesetzt worden. Weder die Todesursache(n) noch die Beziehung zwischen den drei Personen konnten bislang geklärt werden.
Das Grab war reich ausgestattet mit Schmuck, Waffen, und Keramik. Als Wegzehrung hatten man den Toten den rechten Vorderschlegel eines Schafes bereits zerlegt beigegeben. Die Erhaltung der Knochen war sehr schlecht. Trotzdem konnte bei der wissenschaftlichen Analyse festgestellt werden, dass die Knochen von einem ausgewachsenen mindestens drei Jahre alten weiblichen Schaf stammten. Basierend auf den Maßen des Radius, der rekonstruiert werden konnte, konnte eine Schulterhöhe von etwa 61 cm errechnet werden, was in etwa der einer Heidschnucke entspricht. Während die menschlichen Gebeine grundsätzlich nur als Schattenzeichnung dargestellt werden sollten, sah das Ausstellungskonzept vor, dass alle Beigaben präsentiert werden – so auch die Knochen des Vorderschlegels. Bei der Entnahme aus dem Grab waren die Knochen weitgehend zerfallen und konnten somit nicht in der Vitrine ausgestellt werden, in der der Grabfund rekonstruiert der Öffentlichkeit präsentiert werden sollte. Melanie Lex, Sammlungsmanagerin und Verantwortliche für den 3D-Drucker der SPM, druckte auf die Originale skalierte Scans aus, die nun in Nördlingen in der Ausstellung zu bewundern sind.
Stadtmuseum Nördlingen: https://stadtmuseum-noerdlingen.de/
